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Multiple Sklerose - eine Herausforderung
 

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Magnetresonanztomografie

Kürzlich wurde bei mir das zweite MRT angefertigt. MRT, das ist die Höllenmaschine mit dem Baustellenlärm in der Röhre. Man bekommt zwar Kopfhörer mit Musik aufgesetzt, doch die Dezibel des Gerätes übertönen die Musik bei weitem. Vermutlich hätte man einen Hörschaden, wenn die Musik tatsächlich den Lärm übertönen sollte.

Sei's drum, das Ergebnis war niederschmetternd - viele neue MS-Herde im Kopf, im Stammhirn und auch einen im Rückenmark, zusätzlich zu dem, der mir schon seit der ersten Stunde Probleme macht. Interessanterweise geht es mir aber klinisch - das heißt von den Symptomen her - seit vier Monaten Schrittchen für Schrittchen besser. Kein Rückschritt, ein lediglich extrem langsames Verbessern.

Nun könnte es sein, dass die vielen neuen Herde von dem zweiten Schub herrühren, den ich gleich einen Monat nach dem ersten gehabt habe, in der Reha, wo ich mich eigentlich aufbauen sollte. Der zweite Schub hatte mich völlig lahmgelegt. Ich konnte zwar noch laufen, die Gehstrecke betrug aber nur noch 300 m, die Arme konnte ich kaum über die Horizontale heben, selbst das Besteck beim Essen schien mir zu schwer. Ich habe weniger Luft bekommen und scheußliche Doppelbilder über Wochen gehabt. Außerdem starke Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, auch die Hörverarbeitung war im Gehirn verlangsamt.

Schritt für Schritt ist alles besser geworden, bis auf ein paar Einschränkungen, die vielleicht bleiben werden. Und jetzt dieses MRT. Als Vergleich gibt es nur das erste MRT vom ersten Schub, zwei Herde im Gehirn und einer im Rückenmark. Die neuen Herde könnten also bei dem zweiten Schub entstanden sein, der jetzt 3 1/2 Monate zurückliegt.

Und ... was macht man jetzt mit dem Wissen? "Man behandelt nicht das MRT-Bild, sondern das klinische Bild", hat mir ein Neurologe gesagt. Und dass Bild und Symptome öfter nicht zusammenpassen. Trotzdem sagt meine behandelnde Neurologin, dass man überlegen müsste, ob ich mit der zweiten Therapiestufe behandelt werde, z.B. Fingolimod. Wenn ich lese, welche Nebenwirkungen das haben könnte, will ich lieber nicht einwilligen.

Mir fallen die Geschichten von Patienten ein, die so erzählt werden. Sie wussten jahrelang nichts von ihrer MS, hatten zwar Symptome wie Taubheitsgefühle oder starke Müdigkeit, wussten aber nicht weshalb. Manche sagen, dass sie zum Glück nicht wussten, dass sie MS hatten, sonst hätten sie vieles nicht mehr angepackt.

So denke ich jetzt auch, ich mache weiter wie bisher, lasse mich durch dieses MRT-Bild nicht beirren, spritze mein Medikament, esse viel Rohkost und Fisch, mache Krankengymnastik. Ich nehme noch Weihrauch-Kapseln, weil ich auch an alternative Medikamente glaube. Und ich werde noch mit Yoga beginnen. Mein Kopf wird durch meinen Job trainiert.

Manchmal sind die vielen Bildgebungsmöglichkeiten in der Medizin nicht nur ein Segen ...

7.11.11 18:31

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